Newbie-Frage: Mehrwertsteuer bei AdWords

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  • Heiko Schmidt Mitglied seit: 09.05.2004
    Beiträge: 82
    Wohnort: Köln
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 17.05.2007, 16:12
    Hallo allerseits!

    Da dies eine Frage eines absoluten Anfängers auf diesem Gebiet ist, habe ich diese sogar im Titel schon so gekennzeichnet. Also bitte nicht lachen oder meckern, sondern helfen Winken

    Ich habe durch Schule und Zivi keine Erfahrungen mit steuerlichen Angelegenheiten.

    Und zwar nutze ich AdWords, um etwas Werbung in die Partnerprogramm-Richtung zu machen. Da dabei aber bisher noch nicht viel bei rumkommt, habe ich mir dafür noch keinen Gewerbeschein ausstellen lassen.

    Nun meine Frage: Kann ich mir die 19%, die der Staat da jedes Mal einzieht, sparen? Das treibt die Kosten natürlich in die Höhe, aber wie ist das rechtlich? Wenn ich Google AdWords geschäftlich nutze (und das tue ich ja zu 100%), dann beanschlagen die ja keine Steuer. Und dann?


    Vielen Dank,

    -Heiko Schmidt-

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  • Progressics.de Mitglied seit: 25.08.2003
    Beiträge: 554
    Wohnort: Schwabenländle
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 17.05.2007, 16:50
    Wenn Gewinnabsicht besteht solltes du erstmal ein Gewerbe beantragen Winken

    Bei Adwords zahlt man keine UST und bei Adsense bekommt man keine UST.

    UST ist generell eine Steuer die der Endkunde zu tragen hat... wenn du geschäftlich (also mit Gewerbe) tätig bist, erhältst du von den PPs die 19% oben drauf und führst die ab an den Staat. Wenn du Werbung kaufts, zahlst du 19% drauf und kannst die mit der erhaltenen UST verrechnen, bzw. bekommst diese vom Staat zurück Smilie

    Ich hoffe ich konnte das irgendwie deutlich machen, auch wenn ich noch etwas geknickt bin von heute nacht Winken
  • Heiko Schmidt Mitglied seit: 09.05.2004
    Beiträge: 82
    Wohnort: Köln
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 17.05.2007, 17:12
    Danke für deine schnelle Antwort!

    Selbstverständlich habe ich eine Gewinnabsicht. Aber es ist erst mal ein kleiner Versuch. Sollte das alles klappen, dann melde ich das Gewerbe an. Vorher lohnt sich das für mich nicht.

    Ok, das System habe ich jetzt grundsätzlich so verstanden, danke.
    Bei AdWords könnte ich also schon "Nutze es zu geschäftszwecken" ankreuzen und mir die 19% sparen? Denn bei Google ist es dann wohl so, dass die mir die gar nicht erst berechnen und nicht, wie du beschrieben hast, ich sie nachher wieder vom Staat einfordern kann.

    Danke,

    -Heiko Schmidt-

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  • OlliD.com Mitglied seit: 25.11.2005
    Beiträge: 253
    Wohnort: Möhnesee
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 17.05.2007, 18:29
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  • Heiko Schmidt Mitglied seit: 09.05.2004
    Beiträge: 82
    Wohnort: Köln
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 17.05.2007, 19:58
    Danke, wirklich interessant!

    Ich zahle ja, da ich im Moment nichts verdiene, eh keine Steuern. Die Zivildienst-Zeit ist seperat geregelt und während dem Studium werde ich keine Vollzeittätigkeit haben und allerhöchstens einen Nebenjob annehmen können.
    Von daher sind meine Einnahmen, da zu gering, unterhalb der Grenze und nicht steuerpflichtig.

    Das sehe ich doch richtig?

    -Heiko Schmidt-

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  • Frank Schulze Mitglied seit: 26.01.2005
    Beiträge: 234
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 18.05.2007, 04:58
    Du mußt aber zwischen EInkommenssteuer und Umsatzsteuer (MwSt) unterscheiden.
    Wenn du unter der Grenze liegst braucht dich die erste nicht zu kümmern.
    Aber dennoch musst du die 19% Umsatzsteuer zahlen. Entweder direkt als Privatperson an Google oder per Umsatzsteuervoranmeldung, die du aber sofort wieder als Vorsteuer abziehen kannst (somit Nullsumme). Diese Möglichkeit hast du aber nur, wenn du ein Gewerbe anmeldest und eben dann die Umsatzsteuervoranmeldung abgibst.

    Ich sehe also in deiner Situation keine legale Möglichkeit, die 19% an Google nicht zu zahlen.
    Und von daher lohnt sich der Gewerbeschein für dich schon, weil der nur ein paar Euro Anmeldegebühr kostet und damit günstiger sein wird als die Mehrwertsteuer, die in den nächsten Monaten für dich anfallen wird.

    Offtopic: Ich finde es schlimm, das so etwas in den Schulen nicht unterrichtet wird, dafür aber solch unwichtige Dinge wie Goethes Gedankenwelt.

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  • Michael Kelp Mitglied seit: 06.03.2004
    Beiträge: 505
    Wohnort: Regensburg
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 18.05.2007, 06:26
    Frank Schulze hat folgendes geschrieben::


    Offtopic: Ich finde es schlimm, das so etwas in den Schulen nicht unterrichtet wird, dafür aber solch unwichtige Dinge wie Goethes Gedankenwelt.



    Sollen ja nicht zu viel auf den Gedanken kommen sich Selbstständig zu machen, Sklaven braucht das Land. Lachen

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  • Steffen Bartels Mitglied seit: 27.05.2005
    Beiträge: 212
    Wohnort: Hannover
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 18.05.2007, 11:33
    Progressics.de hat folgendes geschrieben::



    Bei Adwords zahlt man keine UST und bei Adsense bekommt man keine UST.



    Hmm bist du dir da sicher, dass ich für Adsense keine UST abführen muss? Habe das die Tage mit meinem Steuerberater ewig diskutiert. Er ist der Meinung, dass man irgendwo die UST zahlen muss. Und wenn ich das in D auf die Umsätze nicht mache, muss ich das in den USA tun, weil die Umsätze da generiert werden?

    Was ist denn nun richtig und gibts dafür vernünftige Quellen?

    LG,
    Steffen

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  • Daniel Franke Mitglied seit: 21.02.2005
    Beiträge: 520
    Wohnort: Leipzig
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 18.05.2007, 12:10
    Steffen Bartels [netzdot] hat folgendes geschrieben::

    ...

    Hmm bist du dir da sicher, dass ich für Adsense keine UST abführen muss? Habe das die Tage mit meinem Steuerberater ewig diskutiert. Er ist der Meinung, dass man irgendwo die UST zahlen muss. Und wenn ich das in D auf die Umsätze nicht mache, muss ich das in den USA tun, weil die Umsätze da generiert werden?

    Was ist denn nun richtig und gibts dafür vernünftige Quellen?

    LG,
    Steffen



    Das wurde doch nun hier und zum Beispiel bei Abakus mehr als ausführlich durchgekaut. Leistungserbringung ist bei Adsense nunmal in den USA, also beim Anbieter, und die Provisionen sind USt.-frei. Bei Abakus findest Du neben unzähligen Threads dazu auch diesen höchst interessanten Wulst an gegenteiligen Meinungen: http://www.abakus-internet-marketing.de/foren/viewtopic/t-35632.html

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  • Jorin Karner Mitglied seit: 24.05.2006
    Beiträge: 197
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 18.05.2007, 12:25
    Frank Schulze hat folgendes geschrieben::


    Offtopic: Ich finde es schlimm, das so etwas in den Schulen nicht unterrichtet wird, dafür aber solch unwichtige Dinge wie Goethes Gedankenwelt.



    Das siehst du falsch. Mir wurde soetwas z.B. beigebracht, ich habe Abitur auf einer Schule mit Schwerpunkt Wirtschaft gemacht und habe Dinge wie Buchhaltung usw. gelernt. Das das nicht in den normalen Lehrplan gehört ist klar weil sich doch viele Leute mit unseren Wirtschaftsabläufen und Modellen sehr schwer tun.

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  • Dominik Michels Mitglied seit: 23.06.2006
    Beiträge: 140
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 18.05.2007, 14:43
    Hm, Ich kann mich entsinnen, dass dieses Thema bei uns in den für ALLE unterrichtet wurde, auch kann ich mich entsinnen, dass dies ein heilloses Durcheinander war Winken

    (ist ja jetzt noch nicht soo wirklich lange her, bei mir Idee )
  • Frank Schulze Mitglied seit: 26.01.2005
    Beiträge: 234
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 19.05.2007, 04:44
    Jorin Karner hat folgendes geschrieben::

    Das das nicht in den normalen Lehrplan gehört ist klar weil sich doch viele Leute mit unseren Wirtschaftsabläufen und Modellen sehr schwer tun.



    Aber mit dem gleichen Argument dürfte es Fächer wie Chemie, Biologie, Mathematik, Physik, Geschichte, Fremdsprachen etc. auch nicht geben....

    Wievielen Schülern geht es nach dem Abi so, dass sie zwar über das Liebesleben der Ameise alles wissen, aber nicht, was sie beruflich machen sollen?
    Aber mag schon sein, dass das bewusst nicht so gewollt ist. Der Vergleich mit den Sklaven hat schon was.... ging mir zunächst ja auch nicht anders.

    Zumindest ist es schön zu hören, dass es auf einigen Schulen mittlerweile wohl gelehrt wird. Meine Schulzeit ist ja auch schon Lichtjahre her...

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  • Progressics.de Mitglied seit: 25.08.2003
    Beiträge: 554
    Wohnort: Schwabenländle
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 19.05.2007, 15:33
    Steffen Bartels [netzdot] hat folgendes geschrieben::

    Progressics.de hat folgendes geschrieben::



    Bei Adwords zahlt man keine UST und bei Adsense bekommt man keine UST.



    Hmm bist du dir da sicher, dass ich für Adsense keine UST abführen muss? Habe das die Tage mit meinem Steuerberater ewig diskutiert. Er ist der Meinung, dass man irgendwo die UST zahlen muss. Und wenn ich das in D auf die Umsätze nicht mache, muss ich das in den USA tun, weil die Umsätze da generiert werden?

    Was ist denn nun richtig und gibts dafür vernünftige Quellen?

    LG,
    Steffen



    Ich war mir nicht 100% sicher, habe doch von meinem Wissen aus dem Wirtschaftsgymnasium darauf geschlossen...
    -> Also ich hatte das in der Schule.

    Aber nebenbei: Über ein Schulsystem, welches Religionsunterricht in Punkto Wichtigkeit scheinbar mit z.B. Mathe gleichsetzt, muss man sowieso nicht diskutieren (Beide Fächer hat man von der 1. Klasse bis zur 13. und kommt nicht drum rum!) Smilie
  • Heiko Schmidt Mitglied seit: 09.05.2004
    Beiträge: 82
    Wohnort: Köln
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 21.05.2007, 12:22
    Danke für die rege Beteiligung!!

    Also bei mir ist die Schulzeit noch nicht ganz so lange her und ich kann dazu eins sagen: Ich hätte mir gewünscht nach dem Abi schon etwas mehr für die Praxis gelernt zu haben. Gerade so komplizierte Dinge (für den einen mehr, für den anderen weniger - wie bei allem im Leben) wie Steuer mit ihrer Abrechnung, Versicherungen usw. sollte doch wenigstens grob angesprochen werden. Welches Fach betrifft denn jeden Schüler irgendwann mal so stark?!

    Naja, es gibt ja so Foren, wo unerfahrene und ausgelieferte Schüler sich schlau machen können, um nicht irgendwann als Steuerbetrüger hinter Gittern zu kommen ohne überhaupt zu wissen etwas falsch gemacht zu haben Smilie


    Also noch mal back 2 Topic zum Abschluss:

    WENN ich jetzt also mal die Untergrenze mit meinen Einnahmen überschreite, dann muss ich ein Gewerbe anmelden.
    Wenn ich also aus diesem Grund oder einfach so ein Gewerbe anmelde, dann kann ich die 19% nicht bei Google direkt abdrücken, sondern Ende des Jahres in meiner Steuererklärung. Richtig??
    Der einzige Vorteil liegt darin, dass ich so die Kosten für AdWords von meinen Einnahmen offiziell abziehen kann und somit nicht alles versteuern muss. Richtig??

    Also fahre ich im Moment (solange ich unter der Mindesteinkommens-Grenze bin) genau so gut und die 19% lassen sich erst mal nicht sparen, ja?


    Danke euch allen,

    -Heiko-

    PS: Irgendwie ist das ja schon herrlich. Ich bezahle 19% (verdammt viel) für die Werbung und wenn dann Partner aufgrund dieser Werbung etwas verkaufen, bezahlen sie wieder Steuern auf Ihren Gewinn und der jeweilige Kunde auf seinen Kauf. Gehts noch??? Lachen

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  • Frank Schulze Mitglied seit: 26.01.2005
    Beiträge: 234
    Antworten mit Zitat Beitrag Verfasst am: 21.05.2007, 14:43

    Wenn ich also aus diesem Grund oder einfach so ein Gewerbe anmelde, dann kann ich die 19% nicht bei Google direkt abdrücken, sondern Ende des Jahres in meiner Steuererklärung. Richtig??



    Nein, falsch.
    Das Thema mit den Steuern ist sehr komplex. Bis aufs Detail lässt sich das wohl auch nicht in einem Forum klären.
    Wie gesagt gibt es mehere Steuerarten. Örtliche Gewerbsteuer und Solidaritätszuschlag lasse ich mal weg.

    Aber dich sollten interessieren:
    a) Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer). Die zahlst du je nach Höhe monatlich oder vierteljährlich und nicht jährlich.
    Hier müsstest du die 19% für Google zahlen. Aber sie werden gleich wieder auf demselben Formular abgezogen. Du zahlst also nichts, sondern lediglich den Nettobetrag an Google (als Gewerbetreibender).

    b) Am Jahresende zahlst du deine Einkommensteuer. Die berechnet sich aus
    Deine Einnahmen - deine Ausgaben = dein zu versteuernder Gewinn
    (alles anderen Abzüge lasse ich jetzt mal einfacherhalber weg)
    Davon zahlst du dann prozentual Steuern.
    Je höher die Ausgaben desto geringer die Steuern.
    Und hier kannst du natürlich die Werbekosten für Google zum Ausgabeteil ziehen.

    Wenn du auch ohne den Googleteil unter der Steuergrenze liegst, ist b) egal.
    Aber auf jeden Fall sparst du dir im Punkt a) die Umsatzsteuer, sofern du selber umsatzsteuerpflichtig bist.

    Es kann also mit Gewerbeschein durchaus Vorteile haben, aber man muss sich dann halt mit dem Schreibkram beschäftigen. Und Zeit ist ja auch Geld.

    PS: Irgendwie ist das ja schon herrlich. Ich bezahle 19% (verdammt viel) für die Werbung und wenn dann Partner aufgrund dieser Werbung etwas verkaufen, bezahlen sie wieder Steuern auf Ihren Gewinn und der jeweilige Kunde auf seinen Kauf. Gehts noch??? Lachen



    Tja, von irgendwas müssen ja die ganzen Hartz IV-Empfänger oder Soldaten in Afghanistan bezahlt werden.

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